Scaling Agile & Lean – Scrum of Scrums (SoS)

Scaling Agile & Lean – Scrum of Scrums (SoS)

Agile Methoden wie Scrum werden mittlerweile in den meisten Unternehmen eingesetzt, einige Studien gehen davon aus, dass 80% aller Unternehmen agile Prozesse einsetzen, konservativere Studien sprechen von etwas mehr als der Hälfte. In den meisten Fällen dürfte sich dies jedoch weiterhinauf den Einsatz von Scrum / Kanban in einigen wenigen Teams und Projekten  beschränken. Ansätze, um über viele Teams hinaus zu skalieren (Scaling Agile) werden für größere Unternehmen nun immer wichtiger. Scrum Implementierungen scheitern jedoch häufig an übergeordnetem Koordinierungsbedarf und alleinige Fokussierung auf die Team-Ebene. Häufig wird zudem die Integration von agilen Organisationsteilen und weiterhin eher traditionell organisierten Organisationsteilen unterschätzt. Die Fragestellung, wie agile Methoden skaliert werden können ist jedoch nicht neu und mittlerweile gibt es viele Ansätze hierfür. In der Reihe “Scaling Agile & Lean” gehen wir auf einige der bekanntesten Ansätze ein.

Scrum of Scrums (SoS)

Ein einfacher Ansatz zur Abstimmung über mehrere Teams hinweg ist der so genannte “Scrum of Scrums” (abgekürzt “SoS”) bei dem Vertreter der beteiligtem Scrum Teams in ein übergeordnetes Meeting, dem “Scrum of Scrums”, entsandt werden, um sich dort zu Team-übergreifende Themen auszutauschen. Dieser Ansatz ist schon relativ alt, so soll der Ansatz bereits 2003 auf einer Konferenz  von Ken Schwaber vorgeschlagen worden sein. Mike Cohn beschreibt 2007 in einem Artikel etwas ausführlicher den Ansatz.

Scrum of Scrums (of Scrums)
Scrum of Scrums (of Scrums)

Herausforderung: Teilnehmer

Nicht immer ist es leicht, einen geeigneten Team-Vertreter (“Delegate”) zu benennen, derdie (richtigen) Informationen (in geeigneter Form) aus dem Team in das SoS trägt und entsprechend die Informationen aus dem SoS in das Team zurück. Hier hilft meist etwas experimentieren weiter.

Spezialisierte Scrum of Scrums

Scrum of Scrums werden gerne auch für spezialisierte Gruppen angewendet: Teilweise wird die Abstimmung über Teams hinweg mit einem SoS erreicht, teilweise gibt es spezialisierte SoS für Product Owner, Entwickler und Scrum Master. Bei einem solchen Ansatz muss kritisch geprüft werden, ob wirklich ein SoS vorliegt oder es sich eher um eine Community of Practice (CoP) handelt.

Grenzen von Scrum of Scrums

Wie Esther Derby in der Präsentation Agile Teams at Scale: Beyond Scrum of Scrums darlegt, stößt Scrum of Scrums schnell an Grenzen: Scrum of Scrums funktioniert, wenn eine kleine Anzahl Teams koordiniert werden müssen, die alle im selben Kontext arbeiten. Sie zeigt in ihrer Präsentation auf, welche Strategien verfolgt werden können, um Teams auch bei der Entwicklung größerer Systeme zu koordinieren, die mehr als einen Kontext aufweisen.

Scrum of Scrums dienen zur Koordination und nicht zur Planung

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Stärken eines Scrum of Scrums hauptsächlich im Austausch und Koordination zwischen Teams liegen und weniger in einer übergreifenden Planung. Ein Scrum of Scrums ist kein Planungsprozess im eigentlichen Sinne sondern ein stetiger Austausch. Wird ein konsolidierter Plan benötigt, so muss dieser gesondert erstellt werden.

Anatomy of Agile Enterprise

In dem Artikel “Scaling Aile Beyond Team” greift Janne J. Korhonen ebenfalls den Ansatz von Scrum of Scrums auf, nennt die Limitationen dieser Team of Teams und führt eine weitere Skalierungebene, die “Agile Unit” ein. Teams innerhalb der Agile Unit koordinieren sich auch über Kontext-Grenzen hinweg. Diese “Kontext-Grenzen” sorgen immer wieder für Herausforderungen bei der Agilisierung von Unternehmensteilen, da ihre Auswirkungen auf selbstorganisierte Teams unterschätzt wird.

Agile Unit
Eine “Agile Unit” fasst Team of Teams zusammen.

Demnächst: Scaling Agile & Lean – Patterns of Enterprise Scrum & Scaling Lean/Agile Development.

Sprint Review

Zu den elementaren Meetings in Scrum gehört neben Planning (1 und 2), den Dailies und der Retrospektive auch das Sprint Review. Ein gut vorbereitetes Sprint Review, in dem lauffähige Software in einem geschäftlichen Kontext demonstriert werden kann, ist der gelungene Abschluss eines Sprints.

A Sprint Review is held at the end of the Sprint to inspect the Increment and adapt the Product Backlog if needed. During the Sprint Review, the Scrum Team and stakeholders collaborate about what was done in the Sprint.

– Scrum Guide

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Warum ist ein gutes Sprint Review wichtig?

Ein gutes Sprint Review ist nicht nur ein Meeting in dem es darum geht, Arbeitsergebnisse abzunehmen, sondern hier werden die erstellten Lösungen in einen Kontext gebracht: Es wird nochmals die Zielsetzung des Inkrements reflektiert und erläutert, warum die geplanten Ergebnisse wichtig für die Organisation sind. Hierdurch wird allen Beteiligten nochmals in Erinnerung gerufen, warum das Inkrement so geplant wurde. Das Umsetzungsteam hat zudem die Möglichkeit, gemachte Erfahrungen und Herausforderungen sowie besondere Leistungen und Lösungen vorzustellen.

Damit spiegelt das Review nicht nur die Arbeit des letzten Sprints wieder, sondern ist auch ein Hilfsmittel für die kommenden Sprints bzw. die weitere Zusammenarbeit innerhalb eines Teams.

Im Review trifft die Sichtweise des Auftraggebers (PO) und des Umsetzungsteams aufeinander und es findet ein intensiver Austausch statt. Die Vorstellung des Business hinsichtlich Zielsetzung und Anforderungen werden ebenso erörtert wie die durch das Umsetzungsteam gewählten Lösungsvariante. Hierbei können beide Seiten voneinander lernen, gegenseitiges Verständnis verbessern und das Gelernte in kommende Sprints einbringen.

Scrum Day 2012 – Zusammenfassung

Anfang Juli fand der Scrum Day 2012 in der Nähe von Walldorf im SAP Schulungszentrum statt. Vor dem eigentlichen Scrum Day wurden mehrere Workshops angeboten, so konnte man sich durch Ken Schwaber auf die Zertifizierung zum PSM vorbereiten oder in einem Workshop mit Dean Leffingwell mehr darüber erfahren, wie Agile/Lean im Kontext von großen Unternehmen und großen Programmen funktionieren kann.

Wir haben einige Eindrücke aus dem Workshop mit Dean Leffingwell bereits in dem Artikel “Scaling Agile: Scaling the Lean / Agile Enterprise – Ein Workshop mit Dean Leffingwell” veröffentlicht. Für die kommenden Monaten sind zudem einige Artikel über das Scalable Agile Framework (SAF) geplant.

OPEN SPACE

Am ersten Tag fand ein Open Space mit anschließender Fishbowl Diskussion statt. Da der Open Space während der Workshops begann, waren zunächst nicht sonderlich viele Teilnehmer anwesend. Dies änderte sich aber gegen Ende der Workshops schnell.

Konstantin Obenland bot eine Session zum Thema “Agile oder traditionell? – Unter welchen Voraussetzungen sollte man wie vorgehen?” an, die sehr gut besucht war. Ob das am Thema oder der gemütlichen Sitzgruppe lag konnte im Nachhinein nicht festgestellt werden.

Session: Agile oder traditionell?

Die einstündige Fishbowl fand im großen Saal statt. Dean Leffingwell und Ken Schwaber stellten sich den Fragen aus dem Publikum, wobei der Fragesteller natürlich Teil der Podiumsdiskussion wurde.

Konstantin Obenland in Diskussion mit Ken Schwaber

Zum Ausklang des ersten Abends gab es bei herrlichem Wetter noch ein leckeres Abendessen mit Getränken auf der anliegenden Freiterrasse.

Die Motivation und Velocity des Teams spielerisch steigern

Nach den teilweise kritischen Kommentaren meines Teams (in der vorletzten Retro) und den inspirierenden Kommentaren zu meinem Artikel “Velocity einzelner Team-Mitarbeiter visualisieren”, haben wir im letzten Sprint eine verbesserte Version der Visualisierung gewählt.

Diese stellt nicht zwingend den schnellsten Entwickler über die anderen Teammitglieder, sondern bevorzugt ein gemeinsames Abarbeiten von Stories im Team.

Wir nennen es:

Storypointopoly

Produktidee realisieren in Startup Mode

Die Entwicklung von innovativen Produkten wird in vielen Unternehmen schnell durch die existierenden Strukturen und Vorgaben ausgebremst. Mögliche Chancen werden nicht realisiert sondern man ergibt sich in ein Kleinklein aus zu erfüllenden Vorgaben und einzuhaltenden Rahmenbedingungen. Ein nicht auf Innovation ausgerichtetes Portfolio- und Programm-Management tut sein übriges und ordnet Management von Risiken an statt dafür zu sorgen, dass Chancen ergriffen werden können.

In kurzer Zeit ist die initiale Vision verloren und es wird ein farb- und seelenloses Vehikel entwickelt. Die Prozesse wurden eingehalten, die Statistiken der Portfolios und Programme nicht durch Risiken beeinträchtigt. Und das Produkt wird ein Flop.