Über Felix Rüssel

Felix Rüssel beschäftigt sich seit 2002 mit agilen Methoden und Projektmanagement. Mit Leidenschaft unterstützt er seine Kunden dabei eingefahrene Denkmuster und Strukturen zu überwinden, um Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu finden. Er beschäftigt sich intensiv mit der Skalierbarkeit von Agilität und Fragestellungen die sich aus der Schnittstelle Markt/Business/Umsetzung ergeben. Felix Rüssel ist Scaled Agile Framework Program Consultant (SPC), Certified LeSS Practitioner, Certified Scrum Professional (CSP), Certified Scrum Product Owner (CSPO), zertifizierter Vertriebsingenieur und besitzt Abschlüsse in Informatik sowie Wirtschaft-Ingenieurwesen.

SAFe mal ganz einfach

Das Scaled Agile Framework (SAFe) wird häufig gleichgesetzt mit dem Big Picture mit seinen vielen Elementen. Was sind aber davon die wichtigsten Elemente?

Hierfür wurde das Essential SAFe definiert, jetzt mit dem SAFe 4.5 Launch die  Konfiguration „ESSENTIAL SAFe“.

Mir sind die Themen rund um Werte und Prinzipien in SAFe wichtig, da diese die Grundlage für erfolgreiche Implementierungen darstellen. Was aber, wenn man sich auf die wichtigsten „mechanischen“ Elemente beschränken möchte?

Hier ein Video mit dem Versuch einer Erklärung (noch in SAFe 4.0 Nomenklatur).

Zweiter Teil dreht sich um eine SAFe Konfiguration die wir von KEGON zusammen mit Seibert-Media entwickelt haben.

 

Impediment as cow on the track

Kurzmitteilung

Unterhaltsame Session von Sarah Scott (Northwestern Mutual) auf dem diesjährigen SAFe Summit in dem sie ihre SAFe Implementierung vorstellt.

Besonders die Visualisierung von Impediments in Form von Kühen hat zum Schmunzeln angeregt, obwohl dahinter eine richtige Geschichte steckt:

https://twitter.com/AgileRescue/status/791322367159074816

Und dazu passend das „Cow Board“ mit dem visualisiert wird wie der Status der verschiedenen Agile Release Trains (ART) ist:

  • Ready for SAFe
  • Vorbereitung
  • erstes PI Planning
  • Weitere Betreuung / Professionalisierung
  • weitere PIPs
  • Reduktion des Coachings..

 

SAFe Cow Board
SAFe Cow Board

Natürlich inklusive Cow Impediments :-)

 

 

Eine Einführung in das Scaled Agile Framework (SAFe) und das Problem dabei genügend Luft zu bekommen…

Beginnt man sich mit dem Scaled Agile Framework (SAFe) zu beschäftigen und sucht eine Kurzeinführung SAFe, dann fällt der Blick zuerst auf das sogenannte „Big Picture“ welches die Startseite von http://www.scaledagileframework.com dominiert.

Hat man bisher bereits Erfahrungen mit agilen Teams gesammelt und ist stets dem Agilen Prinzip

Simplicity–the art of maximizing the amount of work not done–is essential. (http://agilemanifesto.org/principles.html)

gefolgt, dann kommt es häufig zu einer Gegenreaktion im Sinne von „DAS kann doch nicht agil sein!“.

Es gibt nun diverse kurze Einführungen in SAFe die hauptsächliche auf die Elemente, Struktur und Abläufe fokussieren, wie sie im Big Picture abgebildet sind.Sehr schön ist beispielsweise das SAFe 4-0 in 5 Minuten Video von Inbar Oren:

Diese Darstellungen sind sehr nützlich, um einige wichtige Praktiken und Mechanismen zu verstehen. SAFe alleine auf die konkreten Praktiken zu reduzieren ist allerdings weniger hilfreich, weil diese recht konkret sind und sicherlich nicht in jedem Kontext passend.

Mein Ansatz in Trainings zum Scaled Agile Framework ist deshalb, relativ viel Zeit mit Themen wie

zu verbringen. Gerne wedel ich dabei auch mit den Büchern von Donald Reinertsen (Flow) und Kotter (Change Management) herum.

Dies sind Grundlagen, die sicherlich nicht direkt die konkreten und aktuellen Probleme der Teilnehmer adressieren. Sie müssen jedoch verstanden sein, damit SAFe im eigenen Kontext richtig interpretiert und adaptiert werden kann.

Vor ein paar Tagen durfte ich nun sehr kurzfristig für meinen Kollegen Thorsten Janning, dem ersten deutschen SPCT, kurzfristig einspringen, um eine Kurzeinführung SAFe beim Agile Roundtable Rhein-Main zu geben.

Was tun, wenn keine Zeit für eine intensive Vorbereitung da ist? Klar, man nimmt sich eine der Standardpräsentationen und eine gehörige Portion Improvisation dazu. Meine Wahl fiel auf die „SAFe in 8 Pictures“ Präsentation, wie sie über die ScaledAgileFramework.com Seite verfügbar ist (http://www.scaledagileframework.com/videos-and-presentations/).

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Schön, ich habe ca. 45 Minuten Zeit und kann einen komprimierten Überblick über SAFe geben. Da Prinzipien, Werte und das House of Lean nicht Teil dieser Präsentation ist, kommen diese Dinge auf ein Flip und ich erkläre (leider nur) kurz etwas dazu.

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Es gab nur einen kleinen Schönheitsfehler bei diesem Plan – statt der erhofften 45 Minuten gabs für alles zusammen nur einen Slot von 20 Minuten.

Sehr schön, vor allem wenn man bedenkt, dass ein beliebtes Feedback für die zweitägigen Trainings ist, dass diese mindestens drei Tage lang dauern sollten :-)

Egal, nicht erschrecken lassen sondern Gas geben und noch ein bisschen Humor einstreuen, u.a. die Frage wer denn diesen Satz lesen kann:

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Eine kurze Summar im Sinne von „Hey, da gibts auch noch etwas reduziertes“ mit dem Hinweis auf das Essential SAFe gabs am Schluss auch noch …

Für mich waren die 20 Minuten (die ich recht gut einhalten konnte) ein spannender, schneller Sprint mit der zentralen Frage: „Hole ich Luft oder geht noch ein weiterer Satz?“. Die Antwort war zumindest zwei mal ein lautes Luftholen :-). Na, da steckt doch noch ein bisschen Energie in den alten Knochen …

Da ich früher gehen musste, konnte ich die versprochenen Zertifikate „I survived the SAFe speed run“ doch nicht an die Teilnehmer verteilen – vielleicht das nächste Mal :-).

 

Jeff und Ken über den neuen Scrum Guide 2016

Nach mehreren Jahren wurde der offizielle Scrum Guide aktualisiert. Die aktuelle Fassung ist hier verfügbar:

Eine wichtige Änderung im Scrum Guide 2016 sind die explizit aufgeführten Scrum Values:

  • Courage
  • Focus
  • Commitment
  • Respect
  • Openess

Die Bedeutung dieser Werte wurde/wird systematisch unterschätzt (vgl. auch Gründungstreffen der Scrum User Group Karlsruhe, 2009). Die Werte sind Teil einer Kultur, die viele kritische Aspekte von Scrum kompensiert.

Ein Beispiel hierfür ist, dass in vielen Scrum Teams sehr respektlos über nicht agilen Unternehmensteile geredet wird, obwohl diese häufig mittelfristig die tragenden Säulen der sich ändernden Organisation sind und viele gute Mitarbeiter dort ihr Bestes tun, damit die Organisation erfolgreich ist. Hier ist ein respektvoller Umgang miteinander Grundlage, um gemeinsam zu lernen und gemeinsam die Organisation weiter zu verbessern.

Wie Ken es schön zusammenfasst: Lebt man diese Werte, dann ist Scrum „ein Ort an dem Du leben möchtest“, ohne diese Werte sei Scrum „ein Ort, an dem Du nicht unbedingt sein möchtest“.

Spannend ist die Diskussion rund um den Wert „Commitment“. Ein Scrum Team „versucht nicht sein Bestes“ sondern es commitet sich auf die Dinge die im Sprint Planning als Ziel besprochen werden. Wichtig ist jedoch auch das Commitment über den Sprint hinaus – eine Verpflichtung auf die Organisation und die Zielsetzung des Vorhabens als solches. Hierzu gibt/gab es in der Vergangenheit immer wieder auch Verwirrungen.

Ein weiterer Punkt der neu aufgenommen wurde ist, dass Sprint Ziele nun Teil des Scrum Guides sind. Die bisher empfohlene Praxis ist damit zu einem „Muss“ geworden.

Das Video in dem Jeff und Ken über den neuen Scrum Guide bzw. vor allem über die Scrum Values sprechen ist bei vimeo zu finden:

Scrum Guide Refresh (July 2016) from Scrum Inc. on Vimeo.

Weiteres Video zur SAFe Implementierung bei LEGO

In dem Video „Is SAFe Evil?“ (letzter Beitrag) wurde bereits darauf eingegangen, wie das Scaled Agile Framework als Startpunkt für die „Scaled Agile Implementierung“ bei LEGO® genutzt wurde.

Auf der Lean Kanban Europe 2015 gab es nun einen weiteren Vortrag hierzu.

Das Video ist via vimeo verfügbar:

Learnings from SAFe @ Lego – Mattias Skarin & Eik Thyrsted Brandsgård at LKCE15 from Lean Kanban Central Europe on Vimeo.

Wichtige Punkte:

  • Impressionen zum Release Planning Event (16:00) – hier kann man richtig Spaß haben!
  • Was machen wir eigentlich mit SAFe? Das gleiche wie im Kindergarten (17:50) :-)
  • Schöne Visualisierungen, welche Prinzipien hinter SAFe stecken. Es ist eben nicht das „Big Picture“ sondern diese Prinzipien, die die Basis für eine Scaled Agile Implementierung sind.
  • Generell „play it unsafe“ – bewusst Dinge anders tun als in SAFe beschrieben. Hier heißt es keine Angst vor Experimenten! Sich dumpf an die Vorgaben zu halten ist langfristig nicht sinnvoll (als Startpunkt aber ok).
  • Algorithmus, um zu entscheiden was beibehalten und was wegfallen sollte:
    • die Elemente die Energie erzeugen – behalten
    • die Elemente die dazu führen, dass alle einschlafen – entfernen

Das Video enthält viele Ideen, wie das SAFe Release Planning Event adaptiert werden kann. Die eine oder andere Idee eignet sich dafür, sie direkt in der eigenen Scaled Agile Implementierung auszuprobieren.

Die Slides zu dem Vortrag sind via einem Blog Artikel bei Crisp verfügbar.

Ich halte die Impressionen von der SAFe Implementierung bei LEGO für sehr erfrischend. Hier in Deutschland neigen wir – gerade bei großen Organisationen – dazu, uns zu ernst zu nehmen und in Details zu verlieren. Es geht nicht darum, stumpf Backlogs abzuarbeiten, sondern wir sollten auch gemeinsam Spaß haben und eine Vision teilen.

Zudem ist es wichtig zu verstehen, dass SAFe lediglich der Startpunkt für die eigene Scaled Agile Implementierung („Land of Awesome“) ist. Dies versuche ich bei meinen „SAFe“ Implementierungsprojekten stets zu vermitteln. Je größer die Unternehmen, umso weiter jedoch der Weg zur Erkenntnis, dass sich Innovationen nicht standardisieren lassen.

 

 

Is SAFe evil? The answer …

Is SAFe evil?

Die Frage, ob das Scaled Agile Framework ein nützliches oder eher schädliches Hilfsmittel für die Skalierung von Agilität im Unternehmenskontext darstellt spaltet die agile Community seit mehreren Jahren.

Sehr erfrischend ist ein neues Video in dem die aktuellen Ansätze für die Skalierung von Agilität bei LEGO erläutert werden. Sehr schön auch der Einstieg, d.h. die „erste Präsentation“ ;-).

 

Henrik Kniberg erklärt die wichtigsten Konzepte aus SAFe

  • „SAFe = Shu-level scaling“, danach anpassen
  • momentan wird (bei LEGO) nach SAFe gearbeitet, in einem Jahr wird dies wohl anders aussehen. Mit dem SAFe Framework hat die Reise lediglich begonnen.

Lars Roost erklärt, wie diese bei LEGO eingesetzt werden – schöne Impressionen

  • Release Planning @ LEGO

Grundlegendes

  • Wichtige ist eine Grundhaltung: Es gibt viele Quellen der Inspiration: Nutze sie alle: NEXUS, LeSS, SAFe, DAD und viele, viele weitere …
  • Auch ohne SAFe muss man sich immer um die Portfolio- und die Team-Ebene kümmern.
  • Mehrwert im SAFe vor allem der „SAFe Program Level“, da dadurch Portfolio-Management und die agile Teams verunden werden. Hierbei spielt der Release Train Engineer („Chief Scrum Master“) eine sehr wichtige Rolle.
  • Gestaltet man diese teamübegreifende Ebene gut, dann wird die Vorhersehbarkeit verbessert (Mittelfristplanung).
  • SAFe macht wie Scrum bestimmte Probleme sichtbarer, was nicht bedeutet, dass diese automatisch gelöst werden.

Scaled Agile Framework- Chancen und Risiken 

  • LIKE
    • Einiges rund um das Release Planning: Die Energie, Release Planning als Social Event, Visualisierung (Transparenz!) über das Dependency Board und das Risk Board
  • BEWARE
    • SAFe – nicht alles auf einmal!
    • Nicht auf dem Shu-Level bleiben sondern Strukturen und Regeln anpassen
    • Queues & Batches – aufpassen, dass die Arbeit fließt und nicht gewartet wird
    • Mount Stupid – Hype & Anti-Hype
  • Warpup
    • SAFe als Hilfsmittel
    • SAFe basiert auf Lean & Agile Prinzipien
    • SAFe = Shu-level Skalierung
    • SAFe can be useful, wenn Teams voneinander abhängig sind
    • Nicht auf Shu-Level bleiben – viel experimentieren

 

Interessantes am Rande: Noch Ende 2014 war man bei CRISP viel kritischer eingestellt. So ändern sich die Zeiten bzw. die Einstellung, wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt.

Die Slides sind via einem Blog-Artikel bei Crisp abrufbar.

 

V-Modell XT 1.4

Kurzmitteilung

Stefan Hagen greift einen Artikel im GPM-Blog zum V-Modell XT 1.4 auf und verlinkt auch gleich auf weiterführende Dokumentation des V-Modells XT.

Das V-Modell XT wurde seit der Überarbeitung im Jahr 2005 u.a. auch stärker in Richtung agiler und inkrementeller Ansätze angepasst. Eingefleischte “Agilisten” ordnen das V-Modell XT aber recht klar der Kategorie der “Wasserfallmodelle” zu.

http://pm-blog.com/2012/06/04/v-modell-xt-in-der-version-1-4/

Die Agilisierung klassischer Phasenmodelle kann überall beobachtet werden. Zeit sich (mal wieder) mit der aktuellen Fassung des V-Modell XT zu bschäftigen ;-)

 

Iterationen erzwingen Entscheidungen

Führt man kurze Iterationen mit definiertem Inhalt ein, so stößt man relativ häufig auf Widerstand oder erlebt, dass die versprochenen Inhalte nur als „fast fertig“ geliefert werden oder das der Product Owner sich bereits in der Planungssitzung nicht festlegen möchte, was genau geliefert werden soll.

Stefan Roock hat in seinem Artikel „Understanding Sprints and Timeboxes“ meiner Meinung nach sehr gut zusammengefasst weshalb kurze Iterationen mit einem definierten Inhalt so wichtig sind:

Es müssen Entscheidungen zu konkreten Fragestellungen und zu Prioritäten getroffen und eingehalten werden.

Scrum Day 2012

Letztes Jahr konnte ich auf dem Scrum Day einen Vortrag zu Scrum & Projektmanagement halten (Slideshare). Dieses Jahr hatte ich durch meinen Umzug nach Frankfurt und diverse Projekte leider keinen Zeit eine Präsentation vorzubereiten und  einzureichen. Schade, denn der diesjährige Scrum Day verspricht durch seine Ausrichtung auf Agilität im Konzernkontext sehr interessant zu werden!

scrumday_2012

Er findet vom 4. bis 5. Juli im Trainingszentrum der SAP in Walldorf statt. Vor dem eigentlichen Scrum Day gibt es zudem am 3. und 4. Juli zwei sehr interessante Workshops: